(RLW) Die Liste war nicht allzu lang. Ein paar Namen nur standen drauf. Und sein Name stand ganz weit oben auf der Liste jener Akteure, die die EG Diez-Limburg gerne mitnehmen wollte in die kommende Saison: Dennis Stroeks. Diesen Sommer wird der Verteidiger 30 Jahre jung - und in seine vierte Saison bei den Rockets gehen. Stroeks, wichtiger Denker und Lenker auf dem Eis und in der Kabine, bleibt der EGDL treu. Und das war für ihn eigentlich auch nie eine große Frage. „Ich sehe ja die Entwicklung, sehe, was sich alles bewegt. Ich möchte mithelfen, ein Stück der Tradition wieder zurückzuholen in die Eishalle. Und, ganz ehrlich, wie oft hast du schon die Gelegenheit, mit einem Andrej Teljukin zusammenzuspielen?“
Der gebürtige Düsseldorfer, der vor seiner Zeit in Diez auch vier Jahre für den Nachbarn aus Neuwied auf dem Eis gestanden hatte, kam nach einer Verletzung zur Saison 2014/15 an die Lahn. „Ich habe hier damals alle Zeit der Welt bekommen, in Ruhe wieder fit zu werden. Der Verein hat das toleriert und war sehr geduldig. Im Gegenzug habe ich Jahr für Jahr gemerkt, dass sich immer mehr bewegt. Die Verantwortlichen haben schnell dazugelernt und verfolgen ein klares Ziel: Den Standort wieder im semiprofessionellen Bereich zu einer richtig guten Adresse machen. Und da sind wir auf einem sehr guten Weg. Das spüre ich auch in meinem privaten Umfeld. Ich will mithelfen, dass noch mehr Zuschauer nicht die Bahn nach Frankfurt oder das Auto nach Bad Nauheim nehmen, um Eishockey zu sehen, sondern stattdessen das Fahrrad nehmen, um in Diez die Rockets anzufeuern.“
Der Mister Zuverlässig der EGDL verpasste in der abgelaufenen Saison kein einziges Spiel. Ein Mitdenker in der Kabine und ein ruhender Pol auf dem Eis, auch, wenn es mal nicht so lief. „Sind wir ehrlich: Die Erwartungen waren doch gar nicht so hoch, zumindest nicht bei mir. Und dann spielen wir eine so starke Saison und schaffen es bis in die Play-offs. Das war klasse. Natürlich hatten wir auf den beiden Import-Stellen mit Matt Fischer und Martin Brabec auch zwei echte Glücksgriffe. Aber auch alle anderen haben sich prima eingefunden. Mit ein bisschen mehr Tiefe im Kader und ein bisschen mehr Kondition wäre sicherlich noch mehr möglich gewesen.“ Stroeks hatte aber auch noch diese Beobachtung gemacht: “Alle waren immer besonders heiß auf die Derbys gegen Neuwied. Und dann fährst du da hin, gewinnst in der Bärenhöhle, und plötzlich waren einige viel zu früh viel zu zufrieden. Später, in den Play-offs, ist es uns dann nicht mehr gelungen, den Schalter noch einmal umzulegen. Da hat der letzte Biss gefehlt.“
In der nächsten Saison soll nun sportlich der nächste Schritt gemacht werden. Dafür arbeitet Stroeks schon jetzt im konditionellen Bereich. „Jeder hat so sein Programm, das er durchzieht. Aber natürlich tut es tatsächlich immer noch gut, derzeit mal nicht auf dem Eis zu stehen. Die Erholung ist schon was Feines.“ Und doch steigt auch bei Stroeks, der die personellen Planungen hinter den Kulissen ein Stück weit mitbekommt, die Vorfreude auf die neue Saison. „Arno Lörsch bringt so viel Erfahrung und Menschlichkeit mit und hat obendrein ein geballtes Netzwerk an Spielern. Es ist einfach geil zu sehen, welche Möglichkeiten wir uns hier Schritt für Schritt erarbeiten. Das haben wir schon letzte Saison als Liganeuling, finde ich, beeindruckend unter Beweis gestellt.“
„Dennis ist ein Verteidiger, wie du ihn dir für jede Mannschaft wünschst“, gibt Arno Lörsch die Komplimente zurück. „Er hat viel Erfahrung und Gott sei Dank auch einen eigenen Willen. Er ist extrem wertvoll, für das Team, aber auch für einen Trainer. Er denkt mit, macht sich seine eigenen Gedanken und bringt diese auch an, wann immer er das Gefühl hat, es braucht ein Feintuning. Für mich ist Dennis das Sinnbild eines Mannschaftsspielers. Auf dem Eis hat er eine sehr gute körperliche Präsenz und einen sehr guten Schuss. Er behält auch in Drucksituationen die Ruhe. Es war sehr wichtig, ihn frühzeitig für eine weitere Saison zu gewinnen. Zumal er längst zu einem der Gesichter dieses Vereins geworden ist.“
Es ist ein runder Geburtstag. Willi Lotz feierte am Montag seinen 60. Geburtstag. Da bekommt man viele schöne Sachen geschenkt. Das schönste Geschenk aber machte sich der 2. Vorsitzende der EG Diez-Limburg selbst: Die Rockets verpflichten Keeper Steve Themm von Meister Eisbären Hamm und komplettieren damit hochklassig ihr Torhüterduo. Themm war in der abgelaufenen Saison mit einem Gegentorschnitt von 2,54 Treffern pro Partie bester Torhüter der Regionalliga West. Bereits Anfang April hatte der Regionalligist die Verpflichtung des 18-jährigen Torhüters Constantin Schönfelder vom EV Regensburg (DNL) vermeldet. Gleich zwei Glücksgriffe für die so sensible Stelle im EGDL-Kasten.
„Das war schon genial, ein richtig schönes Gefühl“, sagt Themm mit Blick auf das Saisonende der abgelaufenen Spielzeit in der Regionalliga. Meister mit den Eisbären Hamm. Den Titel kann ihm keiner mehr nehmen. Während der Saison von Lauterbach nach Hamm gewechselt, holte er mit den starken Eisbären in packenden Play-offs die Meisterschaft. Die Rollen in Hamm waren gleichwohl klar verteilt: Sebastian May stand als Nummer eins bereits im Kasten, als Themm quasi „auf Abruf“ verpflichtet wurde und zum Team stieß. „Ich hätte natürlich gerne mehr gespielt, aber ich kann auch verstehen, dass der Trainer in den Play-offs nicht mehr den Keeper wechselt. Zumal ich Sebastian ja auch schon ewig kenne und wir uns wirklich sehr gut verstehen und schätzen.“
Themm gehört mit seinen 25 Jahren bereits zu den erfahrensten Keepern der Liga. „Ich bin schon mit fünf Jahren in meiner Heimatstadt Kassel ins Eisstadion gegangen. Wir hatten früh unsere Idole auf dem Eis.“ Und mindestens genauso früh selbst die Schlittschuhe an den Füßen. Themm erinnert sich nur zu gut an seinen Weg zwischen die Pfosten: „Ich wollte eigentlich Feldspieler werden. Aber der Trainer sagte, dafür reiche es noch nicht. Aber ich könnte ja ins Tor gehen. Das habe ich dann getan.“
Mit 17 Jahren debütiert Themm für seinen Heimatverein in der DEL, pariert im Penaltyschießen drei Alleingänge der Düsseldorfer, darunter den entscheidenden Versuch von Daniel Kreutzer. „Das war ein absoluter Traum.“ Es folgen Oberliga-Spielzeiten in Leipzig, Dortmund und Königsborn, bevor ihn eine Verletzung zu einer Zwangspause zwingt. „Mein Körper brauchte eine gewisse Zeit, um wieder zu alter Stärke zu finden. Diese Zeit habe ich mir genommen.“
Der Hauptgrund für seinen Wechsel nach Diez-Limburg - trotz anderer Angebote - wird bei den Rockets an der Bande stehen: Arno Lörsch. „Ihm vertraue ich absolut. Er war der entscheidende Impuls für meinen Wechsel zu den Rockets. Und natürlich die Perspektive. Ich denke, wir werden eine starke Truppe zusammenhaben und können es unter die besten Vier schaffen. Ich habe Arno gesagt: Ich komme vom Meister und möchte jetzt auch mit Diez-Limburg wieder oben angreifen und meinen Teil auf dem Eis dazu beitragen.“
„Mich beeindruckt Steves Art, im Tor zu stehen und auf die Mannschaft Einfluss zu nehmen“, sagt EGDL-Trainer Arno Lörsch, der den Keeper zuletzt in Lauterbach trainiert hatte. „Er hatte sich in den Spielen für die Luchse sofort als Nummer eins etabliert und bis auf eine Ausnahme auch alle Penaltyschießen für uns gewonnen. Er gehört zu den besten Keepern der Liga. Unser Plan war es, die Mannschaft von hinten nach vorne aufzubauen. Als feststand, dass Steve vielleicht wieder auf den Markt kommt, habe ich ihn sofort kontaktiert. Ich bin überglücklich, dass es geklappt hat. Wir haben mit ihm und Constantin ein klasse Torhüter-Duo zusammen und sind jetzt auf dieser Position wirklich super aufgestellt.“
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