ESC HügelsheimNeuzugang Tim Brenner - Michel Obermann beendet seine Karriere
(RLSW) Die Verteidigung der Rhinos erhält Zuwachs. Tim Brenner wechselt von den Eisbären Eppelheim an den Baden Airpark. Eishockey liegt der Familie Brenner im Blut, bereits der Vater und der Onkel des 1994 in Heidelberg geborenen Tim jagten der schwarzen Hartgummischeide hinterher. So war es kein Wunder, dass auch der Sprössling aufs Eis geführt wurde. Angefangen in Eppelheim erhielt Tim dann beim MERC den Feinschliff seiner Ausbildung. Einen Titel gewann Brenner noch nicht. Im Bundesliga-Schülerjahr wurde der Industriekaufmann ebenso nur Zweiter wie in der vergangenen Saison mit den Eisbären Eppelheim.
Die Baden Rhinos sind nun seine zweite Station im Seniorenbereich, von denen er sich im kommenden Jahr eine deutliche Steigerung verspricht und mit seinem neuen Team endlich eine Meisterschaft gewinnen will.
Sein alter und neuer Trainer Richard Drewniak kennt Tim natürlich bestens:
"Tim spielte lange Jahre in Eppelheim und suchte, wie auch Janis Wagner, eine neue sportliche Herausforderung. Ich freue mich natürlich riesig, dass er in der kommenden Saison das Trikot der Rhinos trägt. Er war bei den Eisbären Kapitän und ist sowohl auf, als auch neben dem Eis ein absoluter Führungsspieler, ganz klar eine Bereicherung für unsere Mannschaft. Der Verteidiger ist Zweikampfstark, hat eine gute Übersicht und ist zudem auch noch Torgefährlich, somit bring er alles mit, was ein guter Verteidiger benötigt."
Eines der letzten beiden Hügelsheimer Urgesteine sagt Servus: Michel Obermann beendet im Alter von 37 Jahren seine Karriere.
1986, im Alter von fünf Jahren, begann der lange Eishockeyweg von Michel. Im Nachwuchs von Hügelsheim unternahm er die ersten Schritte auf dem Eis ehe er sich später im benachbarten Straßburg sowie weiter südlich in Freiburg ausbilden ließ. Sein Talent blieb nicht unentdeckt und so war Michel aus der Scherzheimer Provinz Teil der Baden-Württembergischen Auswahlmannschaft. 1996 folgte dann der Wechsel zu den Senioren. Aber nicht in Deutschland, sondern in der zweiten französischen Liga. Ein Jahr lang spielte "Obi" für Straßburg ehe er zum ESV Hügelsheim zurückkehrte.
Fortan ging Michel für die Hornets aufs Eis mit denen er 2004 in die Oberliga aufstieg. 16 Spiele absolvierte Michel in der Oberliga, ehe er sich mit dem damaligen Manager überwarf und sich seiner beruflichen Weiterbildung widmete. Im Jahr nach der finanziell begründeten Rückkehr in die Regionalliga streifte sich Michel aber schon wieder das Hornissentrikot über. Insgesamt absolvierte Michel neun Spielzeiten für die Hornets, erzielte dabei in 195 Spielen 58 Tore, bereitete 83 weitere vor und brummte 141 Minuten auf der Strafbank.
Nach der Insolvenz des ESV im Jahr 2009 wechselte Michel wie viele andere Hügelsheimer Kollegen nach Bad Liebenzell. Dort bestritt er weitere 19 Spiele für die BlackHawks (8 Tore, 17 Vorlagen, 61 Strafminuten) ehe in Hügelsheim der ESC gegründet wurde und zur Jungfernsaison 2010/2011 der Neustart in der Landesliga erfolgte. Seither war Michel ein Teil der Rhinos-Familie.
Sein Wohnort ist bei Michel Programm. Immer für einen Scherz zu haben, trieb er seine Mitspieler damit, oder auch auf dem Eis mit seinen berühmten Flankenpässen diagonal durch das eigene Drittel schon mal zur Weißglut. Michel wurde auf Grund seiner Flexibilität meist dahin gestellt wo jemand fehlte. Dadurch entglitt ihm in den letzten Jahren allerdings eine feste Rolle. Doch Michel ist ein Teamplayer, nahm eben diese Rolle an und zeigte vollen Einsatz wann immer er auf dem Eis stand.
Mit dem Halbfinal-Aus der vergangenen Saison gegen den Meister aus Bietigheim endete die Karriere von Michel Obermann nach acht Jahren für die Baden Rhinos. 156 Spiele bestritt Michel mit dem Nashorn auf der Brust. 39 Tore erzielte er selbst, 48 weitere bereitete er vor. Stolze 313 Strafminuten verbrachte Obi auf der Strafbank, obwohl er sicher nicht in die Kategorie Bad-Boy einzuordnen ist.
Viele Anekdoten könnte man über Michel zum Besten geben. An dieser Stelle wollen wir die Zeit fünf Jahre zurückdrehen und die wohl berühmteste Szene von Michel noch einmal aufzeigen:
Die Rhinos standen in der Saison 2012/2013 überraschend im Finale um die Meisterschaft gegen die Eisbären Heilbronn. Das erste Spiel endete klar zugunsten der Eisbären. Doch am 23.03.2013 verwandelten die Rhinos mit Ihren Fans die Eisarena durch einen fulminanten 9:5 Erfolg in ein Tollhaus. Gespielt waren 51:32 als Michel aus vollem Lauf in Höhe der gegnerischen blauen Linie einfach aufzog und einen Schlagschuss hinter Marian Metz zum zwischenzeitlichen 7:4 ins Eisbärentor hämmerte. Die Halle stand Kopf.
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