OberligaDuisburg und Essen ziehen sich aus der Oberliga zurück - neue Vereine melden im Norden und Süden
(OL) Am 31.Mai 2020 endet die Frist für die Lizenzabgabe zur Meldung für die Oberliga Süd und Oberliga Nord. In der vergangenen Woche gab es hierzu mehrere negative, aber auch positive Meldungen und Berichte. Fest steht bereits, dass beide Oberligen ihr Gesicht verändern werden. Nachfolgend ein kurzer Überblick über die momentane Situation in der dritthöchsten Liga:
In der Oberliga Süd gab es vor mehreren Wochen bereits den ersten Paukenschlag, als der ERC Sonthofen nach dem Saisonabbruch einen Insolvenzantrag stellen musste und damit sein Startrecht verloren hatte. Nach anfänglichen Überlegungen in der Bayernliga anzutreten haben sich die Verantwortlichen inzwischen dafür entschieden mit dem Stammverein einen Neubeginn mit einheimischen Spielern in der Bezirksliga zu wagen.
Der Höchstadter EC, der in der Verzahnungsrunde mit den Bayernligisten um den Klassenerhalt spielen musste, durfte wegen des Saisonabbruchs nach einer Entscheidung des DEB sein Startrecht in der Oberliga Süd behalten.
Durch das Ausscheiden der Sonthofen Bulls wurde ein Platz in der Oberliga Süd frei. Unerwartet bekundete dann der österreichische Verein VEU Feldkirch sein Interesse künftig in der Oberliga Süd an den Start gehen zu wollen. Der DEB warb aber lieber in der Bayernliga um potentielle Aufsteiger bzw Nachrücker. Angedacht ist bzw war zudem auch eine Aufstockung der Liga auf 14 Mannschaften. Im Fokus standen hierbei der Bayernligameister TEV Miesbach, die EHF Passau Black Hawks und die HC Landsberg Riverkings.
Der TEV Miesbach bekundete zunächst prinzipielles Interesse. Allerdings steht beim oberbayerischen Traditionsverein in diesem Jahr die Sanierung des vereinseigenen Stadions im Vordergrund. Wie die Verantwortlichen inzwischen mitgeteilt haben, wird der oberbayerische Traditionsverein weiterhin in der Bayernliga antreten. Trotz des sportlichen Anreizes will der TEV kein finanzielles Risiko eingehen, da die Herausforderungen wegen der Stadionsanierung und der Corona-Krise bereits sehr hoch sind. Der Aufstieg käme für die Miesbacher ein Jahr zu früh.
Die Passau Black Hawks haben zuletzt im Hintergrund fleissig gearbeitet und zweigleisig geplant. Es gab Gespräche mit der Stadt Passau und den Sponsoren. Die Drei-Flüsse-Städter wären bereit für den Schritt in die Oberliga Süd, in der man schon zwischen 2007 und 2012 angetreten war. Eine Entscheidung über einen möglichen Aufstieg der Black Hawks wird wohl in der kommenden Woche erwartet, wobei sich bereits andetet, dass die Eishockeyfreunde künftig in der Oberliga Süd antreten werden.
Noch keine neuen Statements gab es von den Landsberg Riverkings zu vernehmen. Der HCL gab vor mehreren Wochen bekannt, dass man die Option hätte künftig in der Oberliga Süd anzutreten, aber dass man sich einen solchen Schritt auch reiflich überlegen und abwägen müsse, wegen der derzeit unsicheren Situation und den wirtschaftlichen Risiken. Gerüchten zu Folge haben aber auch die Riverkings eine Meldung beim DEB abgegeben. Landsberg hat eine lange Eishockey-Tradition. Der Vorgänger-Verein EVL spielte sogar bereits in der zweiten Liga. Der HCL wurde 2008 gegründet und arbeitet sich seitdem von der Bezirkslga über die Landesliga bis in die Bayernliga nach oben.
Nach aktuellem Stand besteht die Oberliga Süd derzeit aus elf Teilnehmern:
Deggendorfer SC, EV Füssen, Höchstadter EC, EV Lindau, ECDC Memmingen, EC Peiting, Eisbären Regensburg, SC Riessersee, Starbulls Rosenheim, VER Selb, Blue Devils Weiden.
Potentielle weitere Teilnehmer: EHF Passau, HC Landsberg.
In der Oberliga Nord gab es dann am vergangenen Mittwoch die erste brisante Meldung, als der EV Duisburg seinen Rückzug bekannt gegeben hat. Nach der letzten Saison hat zunächst Ralf Pape die Beendigung seines Engagements bekannt gegeben und die erste Mannschaft wieder an den Stammverein übergeben. Die EVD-Verantwortlichen kamen nach zahlreichen Gesprächen und Überlegungen nun zu dem Entschluss für die Saison 2020/2021 keine Meldung für die Oberliga Nord abzugeben. Stravos Avgerinos, der erste Vorsitzende des EVD, gab bekannt, dass man das Eishockey in Duisburg langfristig erhalten will und man daher keine finanziellen Risiken angesichts der möglichen Auswirkungen der Corona-Krise eingehen wird. Daher ziehen sich die Füchse nun in die Regionalliga West zurück, wo man sich konsolidieren will. Profi-Spieler wird es an der Wedau zunächst nicht mehr geben. Der neu verpflichtete Trainer Alexander Jacobs steht dem EVD aber auch in der Regionalliga zur Verfügung.
Zwei Tage nach dem EV Duisburg gaben nun auch die ESC Moskitos Essen ihren Rückzug aus der Oberliga Nord bekannt. Die Corona-Krise hat dem ohnehin finanziell angeschlagenen Verein noch mehr geschadet, so dass nun insgesamt ein sechsstelliger Bertrag in der Kasse fehlt. Auch eine Insolvenz stand oder steht wohl im schlimmsten Fall wohl noch im Raum. Obwohl die Wohnbau Moskitos in den letzten Wochen bereits mehrere Spielerverpflichtungen und Neuverpflichtungen getätigt hatten, wird man künftig nun in der Regionalliga West antreten, wo man das Budget wohl um etwa 250.000 Euro reduzieren kann. Welche Spieler diesen Weg mitgehen werden ist noch völlig unklar. Fest steht dagegen, dass der erst neu verpflichtete Trainer Frank Petrozza dennoch am Westbahnhof bleiben wird.
Unterdessen hat der Herforder EV, der 2018 und 2019 die Meisterschaft der Regionalliga West gewinnen konnte, aber jeweils auf sein Aufstiegsrecht verzichtete, für die Oberliga Nord gemeldet. Die HEV-Verantwortlichen kündigten für die kommende Woche eine Pressekonferenz und weitere Informationen an. Sofern die Lizenzunterlagen vom DEB positiv bewertet werden, gelten die Ice Dragons wohl als sicherer Aufsteiger. Für den HEV wäre es die erste Saison in der Oberliga Nord. Zwischen 2011 und 2013 traten die Ice Dragons in der damaligen regionalen Oberliga West an.
Auch die EG Diez-Limburg hat sich für die Oberliga Nord beworben. Die Rockets-Verantwortlichen haben in den vergangenen Wochen im Hintergrund einen Etat für die dritthöchste Liga aufgestellt und wären für den Aufstieg bereit. Wie aus EGDL-Kreisen zu vernehmen war, könnte lediglich eine sehr starke attraktive Regionalliga die Rockets noch davon abhalten nicht in der Oberliga anzutreten. Für die EGDL wäre es die erste Spielzeit in einer höheren Liga.
Dritter potentieller Aufsteiger wären die Hammer Eisbären, die ebenfalls eine Meldung für die Oberliga Nord beim DEB eingereicht haben. Eine offizielle Bestätigung hierzu steht allerdings noch aus. Die Verantwortlichen gaben aber inzwischen bekannt, dass man sich schon zeitnah in einem Statement zur aktuellen Situation äussern will. Eishockey hat in Hamm bereits eine lange Tradition, fand aber in der jpngeren Vergangenheit lediglich unterklassig statt. Zwischen 2010 und 2015 traten die Eisbären in der damaligen Oberliga West an.
Mit dem EHC Neuwied gäbe es einen weiteren starken Regionalligisten, dem viele einen Aufstieg in die Oberliga Nord zutrauen würden. Allerdings haben die Bären einem möglichen Nachrücken in die dritthöchste Liga bereits eine Absage erteilt, zu unsicher sei die derzeitige wirtschaftliche Lage wegen der Corona-Krise. In Neuwied hätte man sich eine starke Regionalliga mit dem Verbleib von Herford, Diez-Limburg und Hamm gewünscht.
Nach aktuellem Stand besteht die Oberliga Nord derzeit aus zehn Teilnehmern:
EHC Erfurt, Saale Bulls Halle, Crocodiles Hamburg, Hannover Indians, Hannover Scorpions, Herner EV, Krefelder EV, Icefighters Leipzig, Rostocker EC, Tilburg Trappers.
Potentielle weitere Teilnehmer: Herforder EV, EG Diez-Limburg, Hammer Eisbären.
| Freitag 29.Mai 2020 | www.icehockeypage.de | ||
|
- Oberliga Süd - Oberliga Nord |












